• Von Susha Cheriyedath, M.Sc.Sep 14 2020

    Das Coronavirus 2 des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS-CoV-2), der Erreger der Coronavirus-Krankheit (COVID-19), hat weltweit mehr als 28,9 Millionen Menschen infiziert und den Tod von mehr als 922.000 Menschen verursacht. Dieses neuartige Virus, das seinen Ursprung in Wuhan, China, hat, verursacht bei infizierten Menschen leichte bis schwere Atembeschwerden. Obwohl die Quelle von SARS-CoV-2 noch nicht geklärt ist, wird vermutet, dass es von Fledermäusen übertragen wurde. Es gibt immer wieder neue Berichte, die bestätigen, dass SARS-CoV-2 mehrere neue Tierarten infizieren kann.

    In einer kürzlich auf dem Preprint-Server bioRxiv* veröffentlichten Studie untersuchten Wissenschaftler der Canadian Food Inspection Agency, Winnipeg, Manitoba, Kanada, der University of Manitoba, Kanada, und der Iowa State University, USA, die Anfälligkeit von Hausschweinen für SARS-CoV-2. Hausschweine sind eine der am meisten produzierten landwirtschaftlichen Arten, die das Potenzial haben, die öffentliche Gesundheit erheblich zu beeinträchtigen. Ein besseres Verständnis der Rolle, die Hausschweine bei der SARS-CoV-2-Infektion und -Übertragung spielen, ist für die Eindämmung des Risikos einer zoonotischen Übertragung von entscheidender Bedeutung.

    Die Autoren sagen: „Die Bestimmung der Anfälligkeit von Schweinen für SARS-CoV-2 ist entscheidend für einen One-Health-Ansatz zur Bewältigung des potenziellen Risikos einer zoonotischen Übertragung.“

    Studie: Anfälligkeit von Hausschweinen für eine experimentelle Infektion mit SARS-CoV-2. Bildnachweis: SGr /

    Die Studie

    Eine experimentelle oronasale Inokulation wurde bei 16 heimischen, lokal gezüchteten, amerikanischen Yorkshire-Kreuzungsschweinen durchgeführt. Zwei naive Schweine dienten als Übertragungskontrollen und wurden am Tag 10 in denselben Raum wie die geimpften Schweine gebracht. Das Team verwendete ein nicht geimpftes „Betriebskontrollschwein“, das negative Kontrollgewebe lieferte.

    Die körperliche Untersuchung umfasste die Entnahme und Untersuchung von Blut, oralen, nasalen und rektalen Abstrichen sowie Nasenspülungen. Diese Proben wurden auf klinische Symptome und Pathologie, Virusverbreitung in Geweben, Anzeichen von Virusausscheidung und Serokonversion untersucht. Zum Nachweis von SARS-CoV-2 im Vollblut wurde RT-qPCR eingesetzt. Die Entwicklung neutralisierender Antikörper gegen SARS-CoV-2 wurde während des gesamten Studienverlaufs überwacht.

    Was wurde festgestellt?

    Das Team stellte fest, dass Schweine, die experimentell geimpft wurden, in geringem Maße für eine SARS-CoV-2-Infektion empfänglich waren. Insgesamt war bei diesen Tieren keine Atemnot zu beobachten, und die Temperatur der Tiere blieb während des gesamten Untersuchungszeitraums normal. Die beiden naiven Schweine, die ab dem 10. Tag mit den geimpften Schweinen in Kontakt waren, zeigten zu keinem Zeitpunkt der Studie Anzeichen einer Virusinfektion. Von den 16 experimentell geimpften Tieren zeigten 5 ein gewisses Maß an Immunreaktion auf SARS-CoV-2, was etwa 30 % der Studienkohorte entspricht.

    Bei 2 Tieren wurde virale RNA in der Nasenspülung und in der Mundflüssigkeit nachgewiesen, und bei 1 Schwein wurde das lebende Virus nachgewiesen. Darüber hinaus wurden bei 2 Schweinen 11 und 13 Tage nach der Infektion Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen, während die 6 Tage nach der Inokulation entnommenen Mundflüssigkeiten das Vorhandensein von sezernierten Antikörpern zeigten. Während 1 Schwein leichte Symptome wie Husten und Depressionen zeigte, hatten mehrere Schweine in der unmittelbaren Zeit nach der Infektion leichten Augen- und Nasenausfluss.

    Bedeutung dieser Ergebnisse

    Die in dieser Studie gesammelten klinischen Daten belegen das Vorhandensein des lebenden SARS-CoV-2-Virus bei Schweinen für mindestens 13 Tage nach der Inokulation. Die Entdeckung des Vorhandenseins von sezernierten Antikörpern in Mundflüssigkeiten kann bei der Überwachung hilfreich sein. Es könnte auch bedeuten, dass Speicheltests beim Menschen als weniger invasive Diagnosemethode zusammen mit Serosurveillance-Studien zum Nachweis von SARS-CoV-2-Infektionen dienen könnten.

    „Diese Daten unterstreichen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Bewertung des Viehbestands, um die potenzielle Rolle von Haustieren bei der SARS-CoV-2-Pandemie besser bestimmen zu können“, so die Autoren

    Die Ergebnisse dieser Studie stehen im Widerspruch zu früheren Studienberichten, die darauf hinwiesen, dass Schweine für eine Infektion mit SARS-CoV-2 nicht empfänglich sind. In früheren Studien wurde keine virale RNA in Abstrichen oder Gewebeproben nachgewiesen, und es gab keine Serokonversion. Dies kann auf die Unterschiede im Virusisolat, der Infektionsdosis, dem Alter der Tiere oder der Schweinerasse zurückzuführen sein. All diese Faktoren könnten die Ergebnisse der Studie beeinflussen. Es ist erwähnenswert, dass in dieser Studie eine 10-fach höhere Virusdosis für die experimentelle Inokulation verwendet wurde als in früheren Studien. All diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zur Anfälligkeit von Haustierarten, um die Rolle, die sie bei der Ausbreitung der Krankheit spielen, und die Risiken, die sie darstellen, zu bewerten.

    „Schließlich betonen wir, dass bisher keine Fälle von Haustieren durch natürliche Infektion dokumentiert wurden; die Ergebnisse dieser Studie unterstützen jedoch weitere Untersuchungen zur Rolle, die Tiere bei der Aufrechterhaltung und Ausbreitung von SARS-CoV-2 spielen können.“

    *Wichtiger Hinweis

    bioRxiv veröffentlicht vorläufige wissenschaftliche Berichte, die nicht peer-reviewed sind und daher nicht als beweiskräftig angesehen werden sollten, die die klinische Praxis/das gesundheitsbezogene Verhalten leiten oder als gesicherte Information behandelt werden sollten.

    Geschrieben von

    Susha Cheriyedath

    Susha hat einen Bachelor of Science (B.Sc.) in Chemie und einen Master of Science (M.Sc.) in Biochemie von der Universität von Calicut, Indien. Sie hatte schon immer ein großes Interesse an Medizin und Gesundheitswissenschaften. Im Rahmen ihres Masterstudiums spezialisierte sie sich auf Biochemie, mit Schwerpunkt auf Mikrobiologie, Physiologie, Biotechnologie und Ernährung. In ihrer Freizeit liebt sie es, in der Küche mit ihren supertollen Backexperimenten einen Sturm zu entfachen.

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