Obwohl Jim Gordon nicht den Bekanntheitsgrad eines Top-Rockstars hat, war er von Anfang der 60er bis Anfang der 80er Jahre dabei. Er hatte schöne Frauen und jettete zwischen London und Los Angeles hin und her, er feierte wie ein Rockstar. In Hunderten von Aufnahmesessions, die Dutzende von Top-10-Hits hervorbrachten, ist seine Arbeit als einer der gefragtesten Session-Schlagzeuger dieser Ära auf einer ganzen Reihe von Alben festgehalten.

Aber leider ist dies die traurige Geschichte eines brillanten, mit dem Grammy ausgezeichneten Musikers, der mit einigen der größten Songschreiber aller Zeiten zusammenarbeitete, der Klassiker wie „Layla“ (er schrieb auch den Klavierrefrain mit) sowie George Harrisons drei Alben umfassendes Set und seinen schönsten Moment, „All Things Must Pass“, spielte und mit seiner Magie versah.

Jim Gordon war als solider und zuverlässiger professioneller Session-Schlagzeuger bekannt, der bis zum Dreifachen des üblichen Honorars für Session-Musiker verlangen konnte.

Er begann seine Karriere 1963 im Alter von siebzehn Jahren als Begleitmusiker der Everly Brothers und wurde zu einem der gefragtesten Session-Schlagzeuger in Los Angeles (er war der Protegé des legendären Studiodrummers Hal Blaine, der auf über 35 U. S. #1-Hits mitwirkte.

John Lennon, George Harrison, The Everly Brothers, Frank Zappa, Leon Russell, Traffic, Gordon Lightfoot, Seals & Crofts, Jackson Browne, Joan Baez, Bread – Gordon gab für sie alle den Takt vor und spielte in unzähligen Stilen.

Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war Gordon Berichten zufolge als Studiomusiker so beschäftigt, dass er jeden Tag von Las Vegas nach Los Angeles zurückflog, um zwei oder drei Aufnahmesessions zu absolvieren, und dann rechtzeitig zurückkehrte, um die Abendshow im Caesars Palace zu spielen.

In den Jahren 1969 und 1970 tourte Gordon als Teil der Begleitband der Gruppe Delaney & Bonnie, zu der damals auch Eric Clapton gehörte. Clapton übernahm später die Rhythmusgruppe der Gruppe. Auf der Straße wurde Gordon zu einer Art Belastung, denn der Alkohol- und Drogenkonsum brachte eine äußerst beunruhigende Seite seiner Persönlichkeit zum Vorschein: im besten Fall ehrgeizig und manipulativ, im schlimmsten Fall gewalttätig.

Gordons Persönlichkeitsstörung war ein wichtiger Faktor für das Ende von Derek and the Dominos. Noch gravierender war, dass sie 1983 zu Gordons Verurteilung wegen Mordes führte. Am 3. Juni 1983 fuhr Gordon zum Haus seiner 72-jährigen Mutter Osa in Hollywood, griff sie mit einem Hammer an und stach dann tödlich auf sie ein. Seitdem sitzt er im Gefängnis.

Bei ihm wurde Schizophrenie diagnostiziert, aber erst bei seinem Prozess 1984 wurde die richtige Diagnose gestellt. Nach einer Gesetzesänderung in Kalifornien konnte sein Anwalt nicht mehr auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren. Gordon wurde 1984 zu sechzehn Jahren bis lebenslänglich verurteilt.

Heute ist Jim Gordon der Mann, den der Rock &Roll vergessen hat, mit einer schwachen Chance auf Bewährung. Außer vielleicht für einen kurzen Moment am 24. Februar 1993, als er zusammen mit Eric Clapton den Rocksongwriting-Grammy für „Layla“ erhielt.

Wenn Sie also das nächste Mal John Lennons „Imagine“, Stephen Bishops „On and On“, Glen Campbells „Wichita Lineman“ oder Steely Dans „Rikki Don’t Lose That Number“ hören, achten Sie auf den Beat eines der größten Schlagzeuger aller Zeiten.

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