Ein Team brasilianischer Forscher hat erfolgreich winzige Organoide wie eine Mini-Leber biologisch gedruckt, die alle Funktionen der menschlichen Leber übernehmen.

Ein brasilianisches Forscherteam hat erfolgreich winzige Organoide bioprintet, die alle Funktionen der menschlichen Leber übernehmen, berichtet der brasilianische Nachrichtendienst Agência FAPESP – Funktionen wie die Bildung von Proteinen, die Speicherung von Vitaminen und die Absonderung von Galle.

Die Forscher mussten menschliche Stammzellen kultivieren und umprogrammieren und sie dann schichtweise ausdrucken, um Gewebe zu bilden.

Die „Mini-Leber“ erfüllt zwar die Funktionen einer Leber, ist aber leider immer noch weit von einer echten Leber in Originalgröße entfernt.

„Bis zu einem vollständigen Organ müssen noch weitere Schritte unternommen werden, aber wir sind auf dem richtigen Weg zu vielversprechenden Ergebnissen“, sagte Mayana Zatz, eine der Autorinnen der in der Zeitschrift Biofabrication veröffentlichten Arbeit, gegenüber Agência FAPESP.

Die gedruckten Lebern könnten nicht nur die Abhängigkeit von einem sehr knappen Angebot an Spenderorganen beenden, sie könnten am Ende auch sicherer sein.

„Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass die Wahrscheinlichkeit einer Abstoßung gleich Null ist, da die Zellen vom Patienten stammen“, fügt Zatz hinzu.

Anstatt die Zellen einzeln zu drucken, hat das Team eine neue Technik entwickelt, bei der die Zellen zu Klumpen zusammengefasst werden, wodurch die gedruckten Miniorgane viel länger halten als frühere Versuche mit gedruckten Organen, so die Forscher. Diese Zellklumpen werden dann mit einer hydrogelartigen Biotinte vermischt und in ein dreidimensionales Gitter gedruckt.

Die Ergebnisse seien vielversprechend.

„In diesem Stadium sind sie noch kein Gewebe, weil sie verstreut sind, aber wie unsere Studie zeigt, haben sie bereits die Fähigkeit, das Blut von Giftstoffen zu befreien und zum Beispiel Albumin zu produzieren und abzusondern“, erklärte der Erstautor der Studie, Ernesto Goulart, gegenüber Agência FAPESP.

Die Forscher denken bereits darüber nach, ihre Mini-Leber zu vergrößern.

„Wir haben es in kleinem Maßstab gemacht, aber mit Investitionen und Interesse kann es leicht vergrößert werden“, fügte Goulart hinzu.

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